Aus der Kupferberger Bergbau-Geschichte

Der Bergbau in Kupferberg scheint einer der ältesten im Frankenwald zu sein.

Der Mönch Otto von Weißenburg setzt die ersten Abbauversuche bereits ins 9. Jahrhundert n. Chr. Die Berechtigung zu dieser Annahme liegt darin, dass fränkische Bergleute den Bau wieder aufnahmen, als die harzischen, unter der Regierung Otto des Großen 968 entdeckten Bergwerke, im Jahre 1005 infolge von Pest und Teuerung entvölkert waren (Pfarrchronik Kupferberg).

Nach den ersten Kupferfunden gewann die Ortschaft rasch an Bedeutung. So waren im 14. Jahrhundert 1600 bis 1700 Bergknappen hier tätig. In zehn Schmelzhütten wurde das Kupfererz verhüttet. Auch der Fürstbischof Heinrich II. v. Sternberg (1324 - 1328)  erkannte die wirtschaftliche Bedeutung und räumte "seinen lieben Bürgern auf dem Kupferberg das Recht ein, den Ort zu ummauern und Umgeld (Steuern) zu erheben". Kupferberg erhielt also 1326 das Stadtrecht und ist heute noch eine der zwei kleinsten Städte in Bayern (ca. 1200 Einwohner).

Der Bergbau selbst litt immer wieder unter den gewaltigen Wassermassen. So versprach Bischof Lampert 1340 allen Bergleuten und Bürgern 10 Jahre Steuerfreiheit wenn die "Wasser gewältigt würden".

Dass die Kupferfunde sehr ergiebig waren, zeigt ein Bericht aus dem Jahre 1685: Aus dem St.-Veit-Schacht wurden 520 Zentner Erz gefördert und daraus 78 Zentner Garkupfer geschmolzen, was einen AnteiI von 15% ausmacht. Normal waren damals in Europa 2%.

Eine zweite Blütezeit erlebte der hiesige Kupferbergbau um 1700, als J.K. Kropf Direktor im Kupferberger Revier wurde und mit einer gigantischen Entwässerungsanlage (gehangene Kunst) Stollen und Schächte trocken legte. Finanzielle Probleme bereiteten auch dieser Epoche im Jahre 1732 ein Ende.

Weitere Abbauversuche scheiterten immer wieder am Eindringen großer Wassermassen. Zwar erreichte Pfarrer Georg Thiem im Jahre 1855 nochmals eine regelmäßige Abbautätigkeit, doch kam im Jahre 1940 das endgültige Aus des Kupferberger Bergbaus.