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Schieferbergstollen
Über
die Grubenbauten am südlichen Abhang des Schieferberges
fehlt heute fast jegliches urkundliche Material. Das Wenige,
das man weiß, stützt sich auf die intensiven Nachforschungen
H. Brand's, der sich vor allem auf die Aussagen ehemaliger Ortseinwohner
beruft; diese Aussagen sind im "Wunsiedler Bergamtsbericht"
vom 13. Juni 1831 zusammengestellt worden. Danach waren entlang
des nach Guttenberg führenden Weges sechs große Pingen
mit stark verwittertem, uraltem Haldenmaterial den Berg hinauf
sichtbar.
Später wurden sie zur Erweiterung des Feldbaues eingeebnet
und das überschüssige Steinmaterial weggeschafft.
Rechts des Weges, nicht weit hinter den letzten Häusern
von Kupferberg, fand man Reste von vier Schachtanlagen. Die beiden
Untersten, der "Katharina" - und der "Valentin-Morgenrotschacht",
scheinen die bedeutendsten und tiefsten Aufschlüsse gewesen
zu sein, da ihre mächtigen Halden und einige Pingen noch
heute erhalten sind. Auf diesen Halden liegen jetzt die Anwesen
der Familien Zeyher und Müller.
Jene Schachtanlagen sollen nach einem von Illig kopierten Plan
durch einen Stollen gelöst worden sein. Die Rösche
des Stollens hat ihren Ausgang unterhalb des Gasthauses Haas
am heutigen Gasthof "Zum weißen Ross". Dieser
Schieferbergstollen wurde am tiefsten Punkt des Ortes zur Entwässerung
der Schieferbergzeche angeschlagen. Sein erster Teil wurde im
vorigen Jahrhundert erweitert und zum Lagerkeller umgestaltet.
Nach der ganzen Lage der Dinge hatten unsere Vorfahren am Schieferberg
nur versuchsweise gebaut; vermutlich stießen sie zufällig
beim Anlegen von Wegen oder beim Bebauen der Felder auf Erzstücke,
die sie bewogen tiefer zu schürfen.Mit der Zeit merkten
sie, dass keine große Hoffnung bestand, für damalige
Verhältnisse abbauwürdige Erze zu erhalten, da der
große Eisengehalt der altertümlichen Verhüttungstechnik
sehr hinderlich war.
Der Bergbaubetrieb ging deshalb auf den gegenüberliegenden
Hang von Kupferberg über, wo inzwischen die ersten Ausbisse
des "Alten KupferbergerGanges" entdeckt worden waren.
(Reinhard
Holhut)
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